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Ökologische Funktion des Wolfes

Die Rolle des Wolfes im Ökosystem

Der Wolf ist ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität, und hohe Biodiversität trägt ganz allgemein gesprochen dazu bei, Ökosysteme stabil zu halten.

Tritt der Wolf nach fast einem Jahrhundert der beinahe vollständigen Ausrottung in Österreich wieder in Erscheinung, bringt er das davor vom Menschen unter anderem durch Bejagung mitgestaltete Ökosystem erst einmal in Bewegung - und aus menschlicher Sicht wohl auch in "Unordnung". Wie lange es dauert, bis das Ökosystem sich wieder stabilisiert, kann man nicht exakt festlegen.

Generell tragen Wölfe  dazu bei, Wildtierbestände vital zu halten. Da der Wolf den Gesundheitszustand seiner Beute prüft, indem er sie "anjagt", selektiert er vermehrt die schwächsten Individuen seiner Beutetiere, also junge, alte oder kranke. Kurzfristig steigert sich so die Fitness der Beutetierpopulationen. Langfristitg wirkt sich das positiv auf die evolutionäre Entwicklung dieser Arten aus. 

 

Ein weiterer Effekt ist die Schaffung neuer ökologischer Nischen für Organismengruppen, die Kadaverreste nutzen können. Wölfe verschlingen nicht immer die gesamte Beute. Davon profitieren Aasfresser, wie Säuger, Vögel und Insekten und Zersetzer, wie Bakterien, Pilze und Würmer. Auf diese Weise vergrößert sich das Nahrungsnetz, da viele Tierarten wiederum die Nahrungsgrundlage für andere Tiere darstellen. Aus dem toten Material entstehen wieder anorganische, nährstoffreiche Stoffe, die wiederum eine Grundlage für viele Pflanzen bilden.


Durch die Rückkehr des Wolfes und durch sein Eingreifen in Wildbestände verändert sich auch das Verhalten und die Raumnutzung der Beutetiere – vor allem von Hirsch, Reh und Schwarzwild. Häufig wandern diese mehr umher, wodurch der lokale Druck auf die Vegetation abnehmen kann, beziehungsweise sich auf mehrere Gebiete verteilt oder auch kurzfristig verschiebt. Das kann natürlich den Nebeneffekt mit sich bringen, dass Schäden an der Vegetation in Bereichen auftauchen, die davor nicht betroffen waren.

Intakte Vegetation verhindert Erosion, Erdrutsche, Lawinen und Hochwasser. Somit können vom Vorhandensein des Wolfes Lebensgemeinschaften von Insekten, Fischen, Vögeln über Biber bis hin zum Menschen profitieren.

 

Das Zusammenleben von Wolf und Mensch ist aber nicht nur eitle Wonne. Die wichtigsten Problemfelder werden im Kapitel Konflikte beschrieben.

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Nahrungskaskaden mit und ohne Wolf

Die Rolle des Wolfes in von Menschen wenig beeinflussten Ökosystemen

"Situation A  ohne Wolf:

  • Der Wildbestand ist sehr hoch und schadet der Vegetation
  • Die Nahrung wird für viele Pflanzenfresser knapp
  • Das Wild muss durch menschliche Jagd reguliert werden

Situation B mit Wolf:

  • Der Wildbestand wird natürlich reguliert, die Population wird kleiner und verteilt sich besser
  • Der Wildbestand wird gesünder und vitaler
  • Die Vegetation kann sich erholen und bietet genügend Nahrung für viele Pflanzenfresser
  • Die Biodiversität vergrößert sich
  • Langfristiges ökologisches Gleichgewicht"

Text aus chwolf.org

 

Die Rolle des Wolfes in von Menschen stark beeinflussten Ökosystemen

In Österreich ist das Ökosystem Wald stark vom Menschen beeinflusst, daher würde die Rolle des Wolfes hier niemals das Ausmaß wie im Falle eines wenig beeinflussten Ökosystems annehmen können. In heimischen Wäldern wird der Wildbestand ob mit oder ohne Wolf in erster Linie vom Menschen durch die Jagd reguliert.